Juli 18, 2013

Italienfeeling

Saskia hat Euch ja schon von unserem genialen Kurzurlaub berichtet - das tat vielleicht gut!!!!! Klar, das Wetter hat nicht ganz so mitgespielt aber die Erholung war trotzdem allgegenwärtig, sozusagen. Um diese Eindrücke, also egal ob Geruch, Geschmack, Gefühl noch etwas nachhaltiger zu gestalten möchte ich Euch heute ein kleines Geheimnis verraten: Das Rezept meiner Lasagne.

Ja, man sagt Eigenlob stinkt aber ich kann nicht aus meiner Haut: meine ist so gut, dass ich keine andere mehr mag. Ich darf hier ohne Übertreibung berichten, dass meine Schwiegermutter alles stehen und liegen lässt wenn sie erfährt, dass es bei uns Lasagne gibt und meine Cousine schickt jedesmal auf dem Weg zu uns (den sie leider viel zu selten findet) ein Stoßgebet gen Himmel, dass es bitte bitte diesmal wieder Carmen´s Lasagne gibt.

Dabei ist es so einfach! Ist allerdings auch kein Ruck-Zuck-Gericht sondern braucht Zeit, um die ganzen Aromen zu entfalten aber ich fang am besten von Vorne an:

Ich nehme eine Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 2 mittelgroße Karotten und schneide alles in Würfel



ups........









Diesen "Gemüsehaufen" dünste ich mit etwas Olivenöl in einem großen Topf an. Dabei dürfen die Würfelchen ruhig etwas Farbe annehmen, denn die Röstaromen geben der Soße den kräftigen Geschmack!







Anschließend kommt das Hackfleisch an die Reihe und dabei muss ich betonen, dass bei mir nur "g´scheite" Zutaten reinkommen. Ich nehme also kein Fleisch vom Discounter, sondern bei uns wird noch in der guten alten Dorfmetzgerei eingekauft, wo am Eingang ein Schild steht, welches liebe Kuhchen und Schweinchen von welchem Bauer für meine Lasange dran glauben musste. Klingt jetzt erst mal hart aber in einer Zeit von Lebensmittelskandalen und Gammelfleisch möchte man zum einen gern wissen wo das Essen herkommt, mit dem man seinen Körper am Leben hält und zum anderen wird dadurch das Bewusstsein mal wieder geweckt das einem sagt: das war mal ein Lebewesen also geh sorgfältig damit um. Aber ich werde philosiphisch - weiter geht´s mit kulinarisch:

ca. 700 - 750 g gemischtes Hackfleisch wird nun ebenfalls in diesen heißen Topf gekippt und scharf angebraten. Anschließend mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen.





Als Zwischenstand kann man schon sagen, dass es jetzt in der Küche langsam saugut riecht. Der Topfinhalt ist allerdings auch sauheiß und deswegen wird die brutzelnde Masse erstmal abgelöscht. Dafür nehme ich 250 - 300 ml Rotwein: reinschütten und etwas einkochen lassen. Genauso verfahre ich mit 250 - 300 ml Brühe und 500 - 700 g passierten Tomaten.





 


Wenn´s nun so richtig brodelt im Hexenkessel: Deckel drauf, den Herd um die Hälfte zurückschalten und Geduld walten lassen denn die Flüssigkeit sollte fast vollständig verdampfen und das kann schon ca. 45 Minuten dauern....






In der Zwischenzeit bereite ich die Bechamelsoße zu. Dafür nehme ich 40 g Butter und lasse sie in einem Topf schmelzen. In diese flüssige Butter kommen 40 g Mehl, die ich mit einem Schneebesen einrühre. Das gibt einen etwas festen Mehl-Butter-Baaz, deswegen muss man  echt langsam vorgehen und gut rühren wenn man nun einen halben Liter Milch in diese "Einbrenn" gibt. Immer ein Schlückchen, wieder und wieder, dann entstehen auch keine Klumpen. Zum Schluss mit Salz, weißem Pfeffer und Muskat würzen, noch etwas einkochen lassen und schon wäre dieser Schritt auch erledigt. 

 


Weiterer Zwischenstand: wir haben also nun zwei Soßen, die sich in Farbe und Geschmack total unterscheiden - in Kombination aber eines der leckersten italienischen Gerichte ergibt.







Wir sind ja schon fast fertig. Nun muss ich zugeben, dass ich beim Schichten etwas mogle, denn bei den Teigblättern scheiden sich die Geister. Es gibt kulinarische Experten, die Lasagne nur essen, wenn frische Teigblätter als Trennwand in dieser italienischen Köstlichkeit liegen. Ich muss allerdings sagen: Lasagneblätter ohne Vorkochen bekommt man halt wirklich überall und deswegen hab ich auch immer eine Packung auf Vorrat. Deswegen: liebe Trockenblatt-Hasser bitte verzeiht! Es soll ja auch Leute geben, die den Nudelteig gleich ganz selber machen aber so viel Ehrgeiz hab ich dann doch nicht.

Nun also schichten:
1. Schicht Hackfleischsoße
2. Schicht Lasagneblätter
3. Schicht Hackfleischsoße
4. Schicht Bechamelsoße
5. Schicht Lasagneblätter
6. Schicht Hackfleischsoße
7. Schicht Bechamelsoße
8. Schicht geriebener Käse

So liebe Rezepteschreiber und wer jetzt behauptet "das ganze so fortführen, bis die Soße aufgebraucht ist" der lügt. Wer hat jetzt noch Soße übrig? Eben! Mehr geht einfach nicht außer man hat eine Miniminimini-Auflaufform. Hallo? Bei mir müssen da 5 Personen satt werden! (Wenn Schwiegermutter noch kommt sind´s sogar 6)


Die Auflaufform kommt nun in den bereits auf 180 °C vorgeheizten Backofen (bitte beachtet, dass jedes Fabrikat eine andere "Backzeit" haben kann). 
Nun wieder ca. 30 Minuten warten, bis der Käse schön goldgelb ist und dann freuen! Herzlichen Glückwunsch, Ihr habt soeben in Eurem Kopf eine Lasagne gemacht und ich bin mir sicher, dass die beim Nachkochen so gut schmeckt, wie Ihr es Euch vorstellt!



 Viel Spaß damit, einen guten Appetit und

herzallgäuerliebste Grüße

Carmen










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