November 12, 2013

Meine Südtirolwoche I Auf Ötzi´s Spuren

Was war das für ein Aufruhr im Schnalstal, als die Nachricht kam dort oben am Berg liege eine Leiche, wohl schon länger und es wisse keiner, was damit anfangen. 
Nein, nicht in unserem Urlaub - am 19. September 1991. Doch die 12 Jahre, die nun schon dazwischen liegen verschwinden für uns quasi als wir von einem liebenswerten, etwas älterem und ein bisschen komischem Kauz davon erzählt bekommen. Er ist im gleichen Hotel wie wir und dort seit 40 Jahren Stammgast. Er wurde damals dazugerufen und erzählt uns haarklein die ganze Geschichte. Man sieht am Tisch also einen Erzähler, 5 offene Münder und 10 vor Spannung aufgerissene Augen.

Wir sind also absolut infiziert und wollen mehr über diese mittlerweile sehr ledrige Gestalt wissen (den Ötzi natürlich - nicht den Erzähler). Wie gut, dass in 4 Kilometern bergauf ein Museum steht, welches genau dieses Thema behandelt. Den echten Ötzi beherbergt es allerdings nicht, der schlummert in einer Glasvitrine in Bozen. 




Also auf geht´s zum ArcheoParc in Unser Frau. Schon beim Betreten der Ausstellung wird unsere Aufmerksamkeit auf die nachgestellte Verfolgungsszene gelenkt, die zeigt wie es dazu kam, dass Ötzi schwer verletzt wurde. Das Geheimnis, ob er wirklich dieser Verletzung erlag oder ob es andere Ursachen gab, hat er wohl mit in die Gletscherspalte genommen.

Was soll ich berichten? Wir lassen uns einfach treiben. Jeder von uns bleibt an anderen Informationstafeln oder Schaukästen stehen und betrachtet das, was ihn gerade interessiert. 





Als wir die zweite Etage betreten sind unsere Kinder schon ganz aufgeregt, denn jetzt betrachten wir uns das 4.000 Quadratmeter große Freigelände. Viel ist geboten für die Jüngsten: am Mahlstein dürfen sie Dinkelkörner zu Mehl verarbeiten - ohne Mechanik, einfach nur durch pures Reiben. Was heute gar nicht so schlecht ist, denn in den Bergen hat es geschneit und die Luft ist feucht und kalt. Da trifft es sich gut, dass soeben in die Hütte zur Feuerstein-Vorführung gerufen wird. Der "Museumspädagoge" gibt wirklich alles. Er erzählt lebendig, lustig und absolut informativ. Gut, jetzt wissen wir auch, wie wir ohne Streichholz eine warme Bude bekommen. Weiter geht´s mit Stockbrot backen, eine Matte (ähnlich wie der, die Ötzi auf seiner Tour umhängen hatte) flechten und natürlich: alles fototechnisch zu dokumentieren. Leider muss wegen des Regens das Bogenschießen ausfallen (ich glaube, für mich war das am schlimmsten - ich liiiiieeebe Bogenschießen). Die Bewegung an der frischen Bergluft macht die Kinder langsam aber sicher hungrig und nach 3 Stunden machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Hotel.


So soll Urlaub sein - für jeden was dabei, jeder ist zufrieden. Das Besondere an diesem Museum ist wirklich, dass man nicht mit Informationen "erschlagen" wird, sondern alles so weit auseinander steht, dass man nicht überfordert wird.



Mal sehen, was der zweite "richtige" Urlaubstag so bringen wird.
Herzallgäuerliebste Grüße

Carmen

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