Dezember 16, 2013

Ich schlag Dir eine....

.....war die Antwort meines Mannes, als ich ihn bat, dieses Jahr einmal selbst Hand anzulegen. Die Rede ist von einer Fichte (natüüüüüüürlich - was dachtet Ihr denn???). 

Ihr habt ja vielleicht aus meinen Posts schon ein bisschen rauslesen können, dass für mich Kindheitserinnerungen und gewisse Rituale sehr wichtig sind, gerade zur Weihnachtszeit. Einen Baum aus dem Wald geholt haben wir früher zwar nie aber was ich schon seit ca. 2 Jahrzehnten mache: einmal im Advent den Film "Schöne Bescherung" mit Chevy Chase ansehen. Ich liiiiiiiebe diesen Film! Vor einer Woche war es wieder soweit: die Familie versammelte sich vor dem Fernseher, um 1 1/2 Stunden vorweihnachtliche Heiterkeit zu genießen. Bei der Szene am Anfang, als die Familie Griswold in den Wald geht um sich einen Weihnachtsbaum auszusuchen wusste ich es: das will ich unbedingt auch mal machen. Als dann in der Zeitung die Anzeige stand mit der Möglichkeit sich selbst einen Baum zu schlagen -also ganz legal- stand unsere Wochenendbeschäftigung schon fest: Wir gehen in das Werdensteiner Moos und schlagen uns einen Baum.


Also los am vergangenen Samstag Richtung Immenstadt auf den Parkplatz beim "Haxenwirt". Schnell stellten wir fest, dass wir nicht die einzigen sind, die diese Zeitungsanzeige gelesen hatten. Das Wetter allerdings war traumhaft - es hätte wohl keinen besseren Tag dafür geben können. Selbst der Mondkalender gab das OK an diesem Wochenende den Weihnachtsbaum zu schlagen, mit dem Ergebnis dass er weniger nadeln sollen - wir werden sehen!




Am "Empfangstischchen" hieß uns die netten Mitarbeiter vom Bund Naturschutz willkommen und wies uns darauf hin, dass wir das Ganze auf eigene Gefahr begehen und sie keine Haftung für eventuelle Schäden übernehmen. Anschließend wünschten sie uns viel Spaß und schickten uns gleich hinein in den Wald. Selbstverständlich kann ich mit meinem Foto in der Hand nicht einfach reinschlorpen und Baum absägen, nein, ich muss natürlich an den ganzen Naturschönheiten stehen bleiben und knipsen. Die Blogger unter Euch kennen diese Krankheit ja eh.....

An unserer nächsten Station empfing uns erneut ein netter Herr (ich glaub auch einer vom Bund Naturschutz), der uns erklärte, warum die Aktion denn überhaupt ins Leben gerufen wurde. Schließlich sind wir nicht zum Spaß hier. Also folgende Fakten:
Das Werdensteiner Moos war ursprünglich ein Moor und in den letzten Jahren eigentlich absichtlich trocken gelegt worden. Dadurch sterben allerdings die Pflanzen und Tiere, die genau diesen feuchten Lebensraum benötigen in unserer Gegend aus. Mittlerweile wissen wir aber, wie wichtig die Artenvielfalt ist. Insekten, Kriechtiere, Reptilien - alles war einmal vorhanden und ist zum Erhalt der Natur wie wir sie kennen dringend wichtig. Der Bund Naturschutz kümmert sich also um den Wiederaufbau dieses Biotops.
Durch den immer trocken werdenden Boden wuchsen dort immer mehr Fichten, wurden größer und nahmen dem Untergrund widerum die Feuchtigkeit und das Licht. Da ist es natürlich eine schlaue Sache: einfach Leute mit Säge und Handschuhen einladen und schon hat man 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen: die Familien haben einen Christbaum und das Moos wieder mehr Licht. Nicht zu vergessen, das Gemeinschaftsgefühl das sich entwickelt, wenn man als Familie in den Wald latscht und gemeinsam einen Baum rausholt.




Baum fäääääääääällt!!!!


Nach einer Runde in dem abgesperrten Bereich war er auch schon gefunden. Ein bisschen groß, außer man hat ein Schloss mit einer Empfangshalle. Was soll´s - die haben ja gesagt, der Boden brauch mehr Licht, also ab mit dem Monster-Teil. Den schönen oberen Teil absägen und einpacken.








Auch dem Rückweg entdecken wir noch ein paar wunderschöne Dinge. Wir gehen also aus dem Wald mit dem Gefühl etwas für die Natur getan zu haben, schöne Eindrücke gewonnen zu haben, etwas über das Moor gelernt zu haben UND den Heiligen Abend gerettet zu haben - zumindest was die Deko angeht ;-)






Kurz bevor wir uns beim Auto die Frage stellen, wie wir den überhaupt in die Karre reinbekommen dürfen die Kinder noch an einer kleinen Waldweihnacht teilnehmen und für die Tiere des Waldes Früchte und Nüsse an einen Baum hängen. (So viele Menschen wie da waren gehe ich allerdings davon aus, dass sich die nächsten 2 Wochen an diesem Platz kein Wildtier blicken lässt, aber eine schöne Geste ist es allemal).



Der Bund Naturschutz bekommt als Dank und kleine Unterstützung für deren Arbeit noch eine Spende von uns und wir gehen mit einem richtig erhabenen Gefühl wieder nach Hause. Es war ein tolles Erlebnis, sehr zu empfehlen! Vielleicht werden wir im Sommer nochmal für einen Spaziergang hierher kommen......


Auto voll

Wer mehr über das Moor und dessen Bedeutung für unsere Natur erfahren möchte, kann das hier.

herzallgäuerliebste Grüße

Carmen


1 Kommentar:

  1. Einen Weihnachtsbaum selbst zu schlagen ist ein Spaß für die ganze Familie. Ihr habt Euch ja wirklich einen riesigen Baum ausgesucht :-)
    Die Weihnacht für Tiere finde ich ebenfalls toll. Das war ein übliches Dezemberritual im Kindergarten.
    Liebe Dezembergrüße
    Sabine

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar!
Herzallgäuerliebste Grüße