Dezember 02, 2013

Nostalgie in der Küche

Wenn sich das Jahr dem Ende neigt ist mir immer besonders nostalgisch zumute (andere nennen das Wehmut). Da wird dann die Musik eingelegt, die einen an weit zurückliegende schöne Momente erinnert. Man erinnert sich an Spiele aus der Kindheit. Die "neumodischen" Plätzchensorten können mir eh gestohlen bleiben, ich backe immer noch das, was ich mit meiner Mama und Omi gebacken hab. Die Bilder in meinem Kopf und die Gerüche beim Kochen und Backen machen mich dann richtig glücklich und die Bilder der Kindheit fast zum Anfassen klar.

Nun etwas nicht so romatisches: uns hat (natürlich) die Erkältung gepackt. War ja klar - mit Kindergarten, Schule, täglichem Zugfahren und den Themperaturen draußen - das hält kaum ein Immunsystem lange aus. Da ich aber gerade im Nostalgie-Modus bin, fiel mir natürlich gleich mal ein altes Hausrezept ein: Hühnersuppe. Hört man ja immer wieder, dass diese entzündungshemmend wirkt und sehr vitaminreich ist. Wurscht - Hauptsach ´s schmeckt.







Bei der Suche nach einem Rezept (beim Hühnersuppe kochen, war ich irgendwie nie dabei, hab´s zumindest nicht gelernt) bin ich auf absolut ultimative Nostalgie gestoßen: Das Schulkochbuch von meiner Mama. Solche Dinge sind für mich wirkliche Schätze........









Ich muss sagen, ich hab das Kochen richtig zelebriert. Hab mir ein gemütliches Feuer im Ofen angezündet, einen Kaffee in die Tasse laufen lassen und mich an meinem Bio-Hähnchen und den tollen Farben des Gemüses erfreut.  


Der Geschmack war einfach grandios! Das hat nix mit irgendwelchen Päckchensuppen zu tun. Und -wer hätt´s gedacht- es geht auch ohne Natriumglutamat. Ich habe nur mit Salz und Pfeffer gewürzt und es war einfach toll. Ich dachte zuerst, das sei viel zu viel aber meine Kinder fanden es toll und so war der Topf ruck zuck (bis auf einen Rest für Papa) leer.

Soll ich Euch mein Nostalgie-Geheimrezept verraten? Also gut, aber pssssssssssst, nicht weitererzählen:

Das Wichtige ist das Suppenhuhn. Es darf nicht irgendeines sein, denn die Qualität der Suppe steht und fällt mir der Qualität des Hähnchens. Bei mir war es ein Bio.Hähnchen.
Den Bürzel (diese Fettdrüse hinten am "Popo") habe ich abgeschnitten und dann in einem Topf knapp mit Wasser bedeckt. Salzen, Deckel drauf und aufkochen lassen.
In der Zwischenzeit habe ich folgendes vorbereitet: ein Bund Suppengrün (putzen und kleinschneiden), 2 Lorbeerblätter und 5 - 7 schwarze Pfefferkörner und eine Zwiebel.
Sobald das Wasser mit dem Huhn sprudelnd kocht zuerst den Schaum abschöpfen und dann das Suppengrün mit den Gewürzen und der Zwiebel zugeben. Dabei bleibt die Schale an der Zwiebel dran, damit die Suppe eine schöne goldige Farbe bekommt. Bei geringer Hitze 1 1/2 bis 2 Stunden leicht köcheln lassen. Am besten den Deckel leicht auflegen, so dass der Dampf entweichen kann.

Wow, ich kann es schon wieder fast riechen, wie sich der Duft durch die Wohnung schlängelt. Manche mögen diesen Kochgeruch ja nicht aber da ich gutes Essen sehr mag, mag ich auch diesen Geruch.

Nach der Kochzeit nehmt Ihr das Tier aus dem Topf und lasst es etwas abkühlen (sonst verbrennt Ihr Euch beim Fleisch ablösen furchtbar die Pfoten). Die jetzt entstandene Brühe durch ein feines Sieb abseihen.




 


Jetzt könnt Ihr Euch selber überlegen, was ihr als Suppeneinlage möchtet. Manche machen Eierstich oder Grießklößchen. Ich habe mich für die klassische Variante entschieden. Die Brühe, die nun wieder im Topf ist habe ich nochmal aufkochen lassen und gewürfelte Karotten und Lauch reingegeben. Das Gemüse darf 5 - 8 Minuten kochen. In der Zwischenzeit das Fleisch vom Huhn ablösen. Das hört sich nach viel Arbeit an, ist aber gar nicht so schlimm, denn durch die lange Kochzeit fällt das Fleisch quasi von selbst vom Knochen. Man muss es nur noch in mundgerechte Stücke schneiden. Mit 2 - 3 Händen voll Fadennudeln und TK-Erbsen zur Suppe geben und nochmal 3 - 4 Minuten kochen lassen. Nun noch nach Geschmack salzen und pfeffern - fertig!






Man muss wirklich nicht viel können, es geht sooooooo einfach. Die Hauptarbeit ist das Schneiden des Gemüses - mehr nicht. Ich wünsch Euch viel Spaß beim Nachkoch und falls Ihr die Suppe -wie ich- als kleine Medizin verwendet: Gute Besserung *hatschi







herzallgäuerliebste Grüße

Carmen

Kommentare:

  1. Guten Morgen,
    die würde ich gerne für heute Abend machen, hmmm, lecker, ich riech`s bis hier!
    Aber zum Verständnis: den ´Bürzel` hast Du abgeschnitten und dann das Resthuhn ins Wasser getan, oder hast Du diesen Bürzel auch für irgendwas gebrauch?
    Danke und liebe Grüße von Petra

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    1. Guten Morgen liebe Petra,
      das ehrt mich aber sehr, dass Du die Suppe gleich nachkochen möchtest - es lohnt sich! ;-)
      Zu Deiner Frage: den Bürzel hab ich weggeworfen. Soweit ich weiß, kann man den für nix anderes verwenden. Der besteht ja nur aus Fett und würde die Suppe wahrscheinlich "tranig" machen.
      Ich wünsch Dir gutes Gelingen und guten Appetit!
      herzallgäuerliebste Grüße
      Carmen

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  2. Hallo Carmen,
    ich bin durch den Google-Alert "Nostalgie" auf deine Seite aufmerksam geworden - und musste schmunzeln. Ja, Nostalgie ist toll!
    http://www.amazon.de/Die-guten-alten-Zeiten-Nostalgie/dp/3423260130/
    :-)

    Herzlich,
    Daniel Rettig

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    1. Hallo Daniel,
      jetzt musste ich auch schmunzeln......zum Einen, weil Du ja eigentlich gar nicht unsere "Zielgruppe" bist und trotzdem bei uns reinschaust (vielen Dank dafür ;-)) und zum Anderen, weil ich gar nicht wusste, dass es für dieses "Gefühl im Bauch" sogar ein ganzes Buch gibt. Ich glaub, da muss ich mal reinblättern.
      Was auch noch lustig ist: ich habe heute Morgen auf unserer facebook-Seite ein Foto eingestellt mit der Sonne im Nebel und dem Spruch, dass das Tolle im Advent die unvorhergesehenen Dinge sind. Du bis eines davon, hab mich sehr über Deinen Kommentar gefreut.

      herzallgäuerliebste Grüße
      Carmen

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Vielen Dank für Deinen Kommentar!
Herzallgäuerliebste Grüße