Oktober 28, 2013

Radsport extrem | Klaus Bermanseder im Interview

An die eigenen Grenzen gehen...



Ja, das macht Klaus Bermanseder, Extrem-Sportler aus Dietmannsried mit Sicherheit!
Schon viele Erfolge konnte er in letzter Zeit auf seinem Rennrad verbuchen, was natürlich mitunter auch daran liegt, dass er sich voll und ganz seinem Training hingibt und dabei auch an seine eigenen, körperlichen Grenzen geht.

2012 wurde er für seine sportliche Leistung durch die Gemeinde im Rahmen einer Sportlerehrung geehrt (nach dem Interview wisst Ihr auch, warum!).

Ich habe mich mit Klaus getroffen und ihm ein paar Fragen gestellt, wie er zu seinem jetzigen Hobby kam, was es für ihn bedeutet und was er erreichen möchte:








Klaus, Du bist mittlerweile ein sehr bekannter und erfolgreicher Radsportler geworden. Zahlreiche Interviews und Artikel über Dich konnten wir schon in der Presse lesen. Was hat Dich dazu bewegt, Dich voll und ganz dem Radsport zu widmen?

2002 brachte mich mein bester Freund Hans-Peter Klinger (HP7), der leider am 30.09.2011 verstorben ist, zum Radsport und natürlich unsere gewaltige Natur und Landschaft vor unserer Haustüre.


Das RATA ("Race across the Alps") dürfte dabei wohl eine große Rolle, neben einigen weiteren Rad-Kriterien, spielen. Um was geht es dort und was macht es zu einem so besonderen Radrennen?

Beim RATA geht es darum eine Stecke von 535 km und 14.500 Höhenmeter unter 32 Std. zu finishen. Das Besondere beim RATA oder einem anderen Ultra-Langstreckenrennen, bei dem man mindestens 24 Std. und mehr auf dem Rennrad sitzt, ist das durchfahren der Nacht, die Morgendämmerung und der Sonnenaufgang, meist in einer grandiosen Landschaft, der Kampf gegen den Schlafentzug, die Wettkampfsituation, mein Team usw. es gibt noch so viele unzählig Erlebnisse und Eindrücke die einen antreiben um seine Grenzen immer wieder zu verschieben.



Klaus Du hast die RATA 2013 nicht nur "gefinished", sondern mit 27h38min den fantastischen 24. Platz erreicht!!!! Glückwunsch natürlich  auch von uns hier an dieser Stelle! War es die Platzierung, die Du Dir erhofft hast oder lag sie über/unter Deinen Erwartungen?

Ich war zunächst schon etwas überrascht und happy über diese tolle Zeit. Wenn man aber tage später, das Rennen analysiert, ärgert man sich doch, über Teilabschnitte oder die eine oder andere zu lange Pinkelpause, an denen man Zeit verloren hat. Aber unterm Strich, wie man so schön sagt, bin ich zufrieden!








Gab es schon einmal eine Situation, die Dich beinahe gezwungen hätte, aufzugeben?

Bei jedem RATA gab´s bisher mal einen Moment des Aufgebens, einen so genannten DNF (did not finish). Aber dann kommt wieder DAS TEAM ins Spiel das mich wieder nach vorne oder besser gesagt nach oben treibt.



Wie bereitest Du Dich auf Deine Rennen vor? Gibt es gewisse Regeln, die man beachten sollte, z. B. Einhalten der "richtigen" Ernährung oder zusätzliches Sportprogramm?

Vor allem im Winter abwechslungsreiches Training bei der Physiowelt Daryn Talker und KuboFit. Grundlagentraining auf Rennrad, MTB oder Skitouren. Für mich sehr wichtig mentales Training und natürlich gesunde Ernährung, was aber für jeden einzelnen (besonders für Menschen die keinen Sport machen) ein sehr wichtiges Thema sein sollte.



Wieviele Stunden & Kilometer zählst Du zu Deinem "Wochentraining"?


In den Trainingsmonaten Februar und März ca. 15 -20 Std./ca. 400 km
und im April, Mai bis 10. Juni können bis 36 Std. und ca. 900 km
in der Woche zusammenkommen.




Wow - einfach unglaublich! Wer unterstützt Dich bei den Rennen und welche Rolle spielt Dein Team dabei? Welche Aufgabe haben sie?


(auf dem Bild fehlen: Stefan Schenk, Daryn Talker, Eric Schneider und Markus Wiedemann)


Mein Team setzt sich wie folgt zusammen: Markus Wiedemann, Eric Schneider, Daryn Talker (Physio- und Sporttherapeut), Stefan Schenk, seit 2013 Uli Breitfeld, Alfred Karasek und Tommy Weigand und ab sofort bzw. 2014 möchte ich nochmals ein neues Team aufbauen. Ohne ein perfektes Team kann man kein Ultra-Langstreckenrennen überstehen!!! Die Aufgabe von meinem Team: Mich ständig mit Essen und vor allem Trinken zu versorgen, ich sollte bei einem Rennen wie das RATA mindestens 20 bis ca. 30Liter (!) Flüssigkeit zu mir nehmen! Da denkst du natürlich nicht ständig daran/Teamaufgabe. Trikotwechsel, Radwechsel, Beleuchtung anbringen und navigieren, motivieren ... es ist auch eine Extrembelastung für das Team.

























Fährst Du Dein Rennen stets mit dem gleichen Rad oder wechselt Du sie zwischendurch? Gibt es hier evtl. Regeln?

Beim RATA ist ein Radwechsel erlaubt. Auf den steilen Mortirolo fahr ich meistens mit dem Ersatzrad (Bergritzel).


Ist Doping ein Thema für Dich oder wurdest Du damit schon einmal konfrontiert? Schließlich hört man das von so einigen großen Radrennen, wie der "Tour de France", wenn auch erst Jahre später.

Doping ist natürlich ein hochsensibles Thema, diese Thematik wird aber von den Medien gnadenlos ausgenützt und daher wird vieles in Frage gestellt. Andererseits bin ich mir aber ziemlich sicher, dass im Amateur und Breitensport viele Athleten unerlaubte Substanzen zu sich nehmen! Ich kann hier nur für mich sprechen und bin der Meinung, wer unerlaubte Hilfsmittel zu sich nimmt, der ist ein Betrüger, er betrügt SICH ,Veranstalter, alle anderen Sportler und schädigt erheblich seine eigene Gesundheit und für die Jugend kann dies in keinster Weise ein vorbildliches Verhalten sein!


Da stimm ich Dir voll und ganz zu! Jetzt ist erstmal eine Pause angesagt (oder?). Welche Ziele hast Du Dir für´s kommende Jahr, für die nächste Rad-Saison gesteckt?

In den nächsten 4 Wochen treffe ich mich mit dem RATA Team und wir besprechen die Saison 2014. Ich plane 3 Langstrecken, kann aber noch nicht genau sagen um welche Rennen es sich handelt ( relativ fix im Juli 24 Stunden in Kelheim).


Vielen Dank für das interessante und sehr informative Interview, Klaus! Ich muss echt sagen, ich bin nochmal um ein vielfaches beeindruckter als vor dem Interview. Wenn man sich da so manche Deiner "Zahlen" mal durch den Kopf gehen lässt, kann man in Etwa erahnen, welche Höchstleistungen Du hierbei erbringst!

Wichtig ist natürlich auch, dass man ein "passendes" Fahrrad fährt, dass genau auf die Bedürfnisse abgestimmt ist, denn wie sich während des Interviews herausgestellt hat, fahren doch viele mit dem "falschen" Rad und tun sich dann natürlich unnötig schwer. Für Deine Fahrräder ist Bernd von la Strega Custom Bike zuständig und sorgt dafür, dass Du optimale Bedingungen für Deine Rennen bekommst.

















Auf Klaus Bermanseders Homepage kann man das 27Stunden(+)-Rennen (RATA 2012) auszugsweise in Etappen mitverfolgen, spannend und unfassbar zugleich, welche Strapazen er sich dabei auf sich nahm. Ebenso gibt er nähere Infos über sich unter seinem Steckbrief. Wer Klaus unterstützen möchte, kann sich ebenfalls auf der Homepage diesbezüglich informieren und mit ihm in Kontakt treten.

Mit Bewunderung und größtem Respekt vor dieser Leistung drücken wir Klaus weiterhin alle Daumen und wünschen ihm für seine Ziele und seine weitere sportliche
Karriere viel Erfolg und ganz viel Glück!
Herzallgäuerliebste Grüße

Eure Saskia



Kommentare:

  1. Antworten
    1. Danke Bernd - wir bleiben dran! :-) herzallgäuerliebste Grüße von Saskia

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  2. Guten Morgen, ich habe mir jetzt mal die Zeit genommen um alles zu lesen. Tolle Sache mit deiner Reportage und vor allem ein super interessantes Thema. Viele Grüsse und einen schönen Montag wünscht euch die Marion:o)

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    1. Hi liebe Marion,
      danke, das freut uns sehr! Es gibt vieles, was man zwar ab und an hört, aber viel zu wenig darüber weiß. Darum habe ich mit Klaus getroffen und seitdem: Bin ich Fan! Es wird noch mehr über ihn bei uns zu lesen geben, spätestens dann, wenn wieder "Saison" ist :) ♡allgäuerliebste Grüße von Saskia

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Vielen Dank für Deinen Kommentar!
Herzallgäuerliebste Grüße