November 30, 2013

Allgäuer Kletzenbrot...

Was lange währt....


An meinem letzten "7SachenSonntag"-Post habe ich Euch ja schon bereits davon erzählt, dass mein Back-Projekt "Kletzenbrot" mal gründlich daneben ging. Und nach vielen lieben Kommentaren und Aufmunterungen habe ich mir gedacht: Das mach ich jetzt einfach nochmal und siehe da: Es hat funktioniert!

Allerdings habe ich das Rezept nun soweit abgeändert, so dass ich einfach ein besseres Gefühl hatte, das es wirklich etwas werden könnte! Und tadaaaaaa:





Aber was ist eigentlich ein "Kletzenbrot"?


Geschichte

Das Kletzenbrot ist eines der ältesten Weihnachtsgebäcke und wird vor allem im bayerischen und schwäbischen Raum gebacken. "Kletzen" sind mit der Schale getrocknete Birnen, die schon teigig, also braun, weich und süß geworden sind. Die Birnen und Zwetschgen wurden in der Nachhitze des Backofens gedörrt und für den Winter aufbewahrt. Früher wurde Kletzenbrot ohne Honig oder Zucker hergestellt. Seine Süße erhielt es nur durch die Kletzen oder Hutzeln. Im Gegensatz zu den Kletzen sind die "Hutzeln" feinere Dörrbirnen, die vor dem Trocknen geschält wurden. Die Bezeichnung "Hutzeln" leitet sich vom niederdeutschen "hotten" ab, was so viel wie schrumpfen bedeutet. Ursprünglich wurden als Trockenfrüchte nur Kletzen und Hutzeln verwendet, erst später nahm man mit der Einfuhr südländischer Früchte auch Feigen und Rosinen dazu. Mit dem Backen des Kletzenbrotes wurde um den Andreastag (30. November) begonnen. Hier beginnen auch die "Klöpfelnächte", in denen maskierte Burschen über die Felder sprangen und so Fruchtbarkeit bringen sollten. Mit Versen bettelten sie um Gaben, die in der Regel aus Kletzenbrot bestanden. Das Kletzenbrot ist also ein Fruchtbarkeitssymbol. Angeschnitten wurde das Kletzenbrot am Heiligen Abend oder am Stephanstag (26. Dezember) vom Hausvater, der es dann verteilte. Auch die Kinder, Knechte und Mägde bekamen ihren Anteil. Das Anschneiden des Früchtebrotes ist auch ein alter Verlobungsbrauch: Ein rauer Anschnitt des Brotes bedeutete eine Absage von Seiten des Mädchens. Bei einem glatten Anschnitt war sie mit der Bewerbung des Jungen einverstanden. Schließlich erhielten auch die Tiere ihre "Maulgabe" in Form von Kletzenbrot. Dies sollte Glück im Stall bringen
. (Quelle: www.brauchtumsseiten.de )


Heute gibt es das Kletzenbrot in den Bäckereien zu kaufen, haben aber auch ihren stolzen Preis (jetzt, da ich selbst eines gebacken habe, weiß ich auch warum :-) ).
Und natürlich ist mein Kletzenbrot auch nicht so ebenmäßig, wie eines, das vom Bäckermeister gebacken wurde - aber ganz ehrlich: Ich bin einfach nur stolz und glücklich, dass es mir nun gelungen ist.



Jetzt habe ich es in Frischhaltefolie gewickelt, da es eine Woche nicht angeschnitten werden darf. 
Pünktlich zum 1. Advent wird es dann soweit sein und darauf freuen wir uns schon heute ganz fest! Die 1. Kerze am Adventskranz wird entzündet, Lieder gesungen und mit Instrumenten begleitet, der Ofen bringt uns wohlige Wärme und wir trinken Tee dazu und genießen das 1. Stück Kletzenbrot mit Butter und Honig *mmmmhhh*.



Adventszeit - wohl eine der schönsten Jahreszeiten, die wir haben!

Euch allen ein wunderschönes, glanzvolles 1. Advents-Wochenende...

Herzallgäuerliebste Grüße


Eure Saskia





Kommentare:

  1. Hmm, das hört sich lecker an... und so Rezepte aus der Region sind immer interessant und ihr habt Euch mit dem Post soviel Mühe gegeben... das wäre echt ein Kurztrip in Eure Region wert... ihr habt bestimmt auch schon schön verschneite Landschaften zum 1. Advent? Hach, das ist doch so schön... weiße Landschaften...Liebe Grüße und lasst es Euch gutgehen mit Kletzenbrot... Liebe Grüße Doris

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    1. Vielen Dank liebe Doris :)...
      Unser schönes Allgäu ist tatsächlich pünktlich zum 1. Advent toll eingeschneit, was die vorweihnachtliche Stimmung hebt. Kommt uns doch mal besuchen :). Viele schöne Weihnachtsmärkte haben ihre Pforten geöffnet und der Lichterglanz strahlt durchs ganze Allgäu. Morgen lassen wir uns das Kletzenbrot schmecken *freu* :). ♡allgäuerliebste Grüße von Saskia

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Herzallgäuerliebste Grüße