März 05, 2018

Ich bin ein Dorfkind...


... und da sagt ma "Griaß´ Di/Pfiat Di" und "Bitte/Danke"



Meine liebe LeserInnen und Leser,

eigentlich bin ich nicht der Typ, der seine Meinung breit in Blogposts kundtut (außer die über meine Ausflüge usw.), geschweige denn in irgendeiner Richtung "Stimmung macht". Denn jeder hat nun mal so seine Meinung, und das ist auch gut so.

Was mich aber mittlerweile richtig nervt und ich einfach nicht verstehen kann, ist das:

Dass man oberhalb von 1000 m "Per-Du" ist, weiß man ja (ach nicht? Gut, dann wisst Ihr es jetzt *zwinker*) und dass man sich grüßt, eigentlich selbstverständlich *doppelzwinker*...


Und da wären wir genau beim Thema!

Ist es wirklich so schwer, ein "Grüß Gott", "Hallo" oder "Servus" seinem Gegenüber zu sagen? 
Ist es nicht das, was unser Gemüt hebt und wir doch eigentlich gerne mit einem "Lächeln" erwidern sollten? Denn im Grunde wollen wir ja alle das gleiche: Uns wohlfühlen, Natur genießen und neue Kraft schöpfen.

Man erwartet ja keine ausführliche Begrüßung mit Small-Talk, sondern einfach nur ein "Hallo"! Manchmal wird stattdessen der Kopf gesenkt, der Blick abgewandt oder sonst irgendwas.... muss man das verstehen?

Hier in meinem Dorf, in dem ich seit meiner Kindheit lebe (ja, ich bin ein Dorfkind und steh dazu!), wurde immer freundlich gegrüßt. Damals war es auch ein relativ "kleines Dorf", das nun über die Jahre wahnsinnig durch Neubaugebiete gewachsen ist. 
Für mich als Kind - man kannte auch beinahe jeden - etwas, das bis heute geblieben ist: Man sagt "Grüß Gott". 

Ich will das jetzt nicht "verallgemeinern", aber ich frage mich tatsächlich, ob diese Werte nicht mehr vermittelt werden oder woran es mittlerweile liegt, dass freundliches Grüßen zur schon fast zur Seltenheit geworden ist?
Ist doch egal, ob man denjenigen kennt oder nicht? Es ist einfach der "Anstand", der das doch verlangt - oder bin ich jetzt Generation "Spießer"?..

Immer wieder passiert es mir, dass ich sogar "jüngere" zuerst grüße (zu meiner Jugend hieß es, dass die Jüngeren zuerst grüßen sollen) und mir danach so dermaßen auf die Zunge beissen könnt, weil einfach partout nichts zurückkommt - ja sorry - geht's noch?

Erst neulich habe ich ein wundervolles Kompliment bekommen, vielmehr meine beiden Kinder:

"Deine Kinder grüßen wirklich immer, 
wenn sie mir begegnen und sind so freundlich!" 

Na, das hört man doch gern und "ja", es ist mir einfach wichtig, es so an meine Kinder weiterzugeben. Wie schnell man doch jemanden ein lächeln ins Gesicht zaubern kann, mit einem schlichten und einfachen "hallo" - ist das nicht schön?

Ein Erlebnis, das mich echt zum nachdenken brachte:

Als ich im Supermarkt hinter einer Mama mit Kleinkind an der Kasse stand, musste ich mich doch etwas wundern:
Das Kind bekam von der netten Kassiererin einen Luftballon geschenkt... ich dachte mir dann so: Kein Danke, kein Nichts? Bis die Mutter dann schließlich sagte: "Ja, man kann es von den Kindern ja gar nicht mehr erwarten, dass sie immer Danke sagen, denn sie bekommen ja beinahe überall etwas im Laden geschenkt!" .........

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+++ künstlerische Pause für Schnapp-Atmung +++

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Die Kassiererin tauschte mit mir einen Blick und wir verstanden uns - auch ohne Worte!

Ganz ehrlich? Wenn ich nicht mal für die kleinen Dinge ein Danke erwarten kann, wo gelangen wir denn dann noch hin? Ist es wirklich schon "selbstverständlich" - immer und überall etwas geschenkt zu bekommen?
Hätten meine Kids nicht "Danke" gesagt, ich garantiere, sie hätten den Luftballon zurückgeben müssen (da bin ich rigoros), aber dazu ist es nie gekommen, weil sie einfach von Anfang wussten, dass man das einfach so macht.

Gerne hätte ich zu diesem Thema Eure Meinung gehört.. schreibt sie mir in die Kommentare, ich freu mich drauf.

Nachdem es manchmal schon schwer genug ist und das Leben hart und ungerecht sein kann, sollten wir uns doch etwas mehr an den kleinen Dingen des Lebens orientieren, die einem a) nicht wehtun b) Freude bereiten und c) so manches Leid erträglicher machen können, oder was meint Ihr?

Ein freundliches "Hallo", ein höfliches "Bitte" oder "Danke"..... aus dem vielleicht schon so manche Freundschaft entstanden ist.
Lasst uns "mehr lächeln" und uns wieder etwas mehr auf Wertigkeiten achten...

... denn durch Harmonie entsteht Zufriedenheit und Wertschätzung, die wir uns doch alle wünschen. 
Ich habe daher heute auch bewusst ein Bild meiner "SINNBLICK-Zeit" gewählt, denn hierauf zu sehen, ist alles, was wir brauchen, um unsere Umwelt bewusst wahrzunehmen: "Denken", Hören, Riechen, Sehen.... für ein "gesundes und bewusstes Miteinander" in unserer Gesellschaft.

In diesem Sinne, das musste jetzt einfach mal gesagt sein.

Herzallgäuerliebste Grüße

Eure Saskia



Kommentare:

  1. Claudia Maulwurf5. März 2018 um 08:47

    Ich bin da ganz bei Dir. Ein Guten Morgen, Servus, Grüß Gott, ein Lächeln dazu, ob beim Bäcker oder an der Supermarktkasse, es macht das alltägliche Leben heller und freundlicher.

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  2. Hallo Saskia, ich kann Deinem schön geschriebenen Blogpost nur beipflichten. Ob beim Einkaufen, beim Wandern, oder sonst wo...just in dem Moment, als die Leute an einem vorbeilaufen, müssen sie zufällig gerade in dem Augenblick, als du sie grüssen willst, auf den Boden oder auf die Seite schauen. Oder sie gehen wortlos an einem vorbei. Ich habe mich schon so oft geärgert und dachte mir: So - und jetzt grüsse ich auch niemanden mehr!. Aber genau DAS wäre falsch ! Ich will meinen Mitmenschen freundlich gegenübertreten, denn das gibt auch mir etwas. Doch in der heutigen Ellenbogengesellschaft ist das nicht mehr gefragt. Jeder schaut nur noch nach sich und das ist m.E. nach eine sehr traurige Entwicklung ! Schön Saskia, dass Du Das Thema aufgegriffen hast. Das bestätigt mich mit meiner Meinung, dass hier ordentlich was schief läuft.

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  3. Hallo Saskia, ich kenne das auch beim Wandern, dass Leute nicht zurückgrüßen. Zum Glück kommt das aber äußerste selten vor. Ich selbst grüße beim Wandern normalerweise alle, die mir entgegenkommen oder die ich überhole - solange es nicht zu viele werden. Es gibt aber schon auch Wege, wie etwa um den Eibsee herum oder durch die Breitachklamm, wo es mir einfach zu viel wird, jeden zu grüßen. Wenn ich auf einen Gipfel komme, auf dem schon viele oben sind, lasse ich es auch manchmal. Man will ja nicht jeden einzeln grüßen und bei einem lauten "Servus zusammen!" fühlt sich oft keiner angesprochen.

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  4. Hi Saskia, da hast natürlich recht. Nur beim "Du" über 1.000m widerspreche ich dir. Gerne allerdings ab 2.000m, sonst müsste ich ja jeden immer duzen. ;-)
    LG
    allgaeuer

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  5. Hallo Saskia, ich bin ganz deiner Meinung. Gerade heute Nachmittag ist mir das auch wieder passiert. Der Nachbarsjunge, 8 Jahre alt, von gegenüber ist mir mit seinem Freund begegnet. Beide Jungen haben so getan als wäre ich Luft. Der Nachbarsjunge macht das bei mir immer so. Er tut so, als würde er mich nicht kennen. Das finde ich immer sehr komisch. Meinen Kindern habe ich das auch beigebracht, dass man grüßt und sich bedankt, wenn man was bekommt. Sie sind inzwischen erwachsen und machen das immer noch so.

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